Vom „Weird Gamer Guy“ zum Film-Star? Ein Interview mit Andrew Bowser aka Onyx the Fortuitous | English version attached

Millionen von Menschen haben ihn als die unbeholfene Figur Onyx the Fortuitous auf YouTube und TikTok gesehen. Jetzt braucht der US-amerikanische Filmemacher Andrew Bowser ein paar Tausend Menschen, die ihm sein Herzensprojekt finanzieren sollen - einen Onyx-Film. Ich habe mit ihm gesprochen: über wütende Satanisten, die Tücken von Kickstarter und Arbeit bis über die Schmerzgrenze hinaus.
Foto: Brooklyn Allan and Dillon Morningstar/Andrew Bowser

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Eigentlich scheint es komisch, Andrew Bowser nicht zu kennen. Neben seinen vielen Regiearbeiten erreicht er vor allem mit der schrulligen Figur Onyx the Fortuitous ein Millionenpublikum. Und doch stellt es sich für Bowser als riesiger Kraftakt heraus, Leute zu mobilisieren, um seiner liebenswerten Kunstfigur in einen Spielfilm zu verhelfen. Onyx the Fortuitous and the Talisman of Souls, so der Titel des geplanten Films, soll über die Spendenplattform Kickstarter finanziert werden. Der Spendenbetrag vollzieht dabei seit Wochen eine nervenaufreibende Gratwanderung zwischen Erfolgskurs und Fehlschlag.

René:
Für diejenigen, die dich oder deine Arbeit nicht kennen, wer bist du und wer ist Onyx?

Andrew:
Ich bin ein unabhängiger Filmemacher, Autor und Regisseur namens Andrew Bowser. Und Onyx ist eine Kreation von mir. Er ist ein von mir dargestellter Charakter, der erstmals in einer Reihe von viralen Videos auftauchte und dann in einer Webserie mitspielte und jetzt versucht, in einen Spielfilm zu kommen.

René:
Wie bist du auf die Figur gekommen? Was hat dich dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Andrew:
Nun, ich habe mir zuerst einen seiner Catch-Phrases ausgedacht. Es war nicht als Catch-Phrase gedacht, aber ich hatte einfach die Idee, dass ich gerne einen Charakter machen würde, der so nervös ist, dass er immer „I dunno“ („Ich weiß nicht“) nach jedem Satz sagt, auch wenn es eine Aussage ist, von der er überzeugt ist. Wenn ihn also jemand fragte: „Was ist dein Lieblingsfilm?“, sagte er vielleicht „Ich weiß nicht, Pumpkinhead“. Auch wenn er es sehr wohl weiß. Und es begann mit dieser kleinen Macke, diesem kleinen Tick, und ich habe ein Video mit dem Titel „Weird Gamer Guy“ gemacht, in dem ich ausprobiert habe, wie er mit diesem Tick klingen würde. Es fing also alles mit diesem unbeholfenen „Ich weiß nicht“ an, und dann habe ich von da aus weitergemacht.

René:
Und dabei hast du selbst gesagt, dass du nicht einmal Videospiele spielst. Du besitzt keine eigenen Konsolen. Wie kommt es, dass du einen Charakter um dieses Schlagwort herum erschaffen hast, der ein Gaming- oder Nerd-Typ ist?

Andrew:
Weißt du, es ist ein goldener Käfig, den ich mir selbst gebaut habe. Ich war im Jahr 2012 zufällig auf der E3, der großen Messe für Videospiele in Los Angeles. Und ich war beruflich dort und dachte, hey, ich könnte hier ein Video mit meinem komischen Charakter drehen, an dem ich gearbeitet habe. Wegen der Location habe ich ihn also zu einem schrägen Gamer-Typen gemacht, aber er basiert nicht auf meinen eigenen Interessen. Er mag Sachen, die ich nicht kenne, so sehr, dass ich recherchieren musste. Ich musste Diablo und Wörter aus anderen Videospielen nachschlagen, Charaktere und Länder, nur um das Video authentisch wirken zu lassen.

Wobei ich tatsächlich ein Horror-Nerd bin und ich habe Onyx jetzt auch zu einem Horror-Nerd gemacht, damit ich wirklich für ihn sprechen kann. Aber Spiele, ja, ich weiß wirklich nicht viel über Spiele und das ist schwierig – oder Anime. Es ist immer schwierig, wenn ich für Onyx schreiben muss und es geht um Anime oder Gaming, weil ich von beidem keine Ahnung habe.

René:
Hast du Leute, die dir Tipps geben, was gerade die heißen Themen in Sachen Gaming oder Anime sind, damit du darauf aufbauen kannst?

Andrew:
Ja, die habe ich. Ich habe bestimmte Leute, die ich anspreche, vor allem auf TikTok, und ich sage: „Hey, ich möchte einen Anime-Charakter cosplayen. Welche Serie soll ich machen? Welche Figur?“ Und dann geben sie mir Vorschläge. Letztes Jahr habe ich ein Video mit dem Titel „Weird Anime Guy“ gedreht, und ich musste jemanden fragen, worüber Onyx einen Monolog halten würde. Und jemand schlug „One Punch Man“ vor. Und die Ironie ist, dass ich das noch nie gesehen hatte. Aber dann habe ich mir ein paar Episoden angesehen, um für das Video zu recherchieren, und am Ende mochte ich es wirklich und habe es mir komplett angesehen. Also könnte ich ein Fan von diesen Sachen sein. Ich habe ihnen nur noch keine Zeit gegeben.

René:
Ja, wenn du nicht rund um die Uhr arbeiten würdest, um deinen Film zu machen, könntest du dich vielleicht mit all den Sachen beschäftigen, mit denen sich Onyx beschäftigt.

Andrew:
Ganz genau.

„Es war nie meine Absicht, mich über jemanden lustig zu machen“

René:
Wurdest du jemals von Leuten, die tatsächlich auf Nerd-Kram stehen, dafür kritisiert, dass du dich über sie lustig machst?

Andrew:
Weißt du, das ist interessant. Ich habe noch nie direkte Kritik von Leuten erhalten, die Teil dieser Fandoms sind, weil ich denke, dass sie verstehen, dass ich mich nicht über sie oder ihre Interessen lustig mache. Ich benutze Onyx nur, um eine Unbeholfenheit auszudrücken, die ich fühle oder die ich als Kind gefühlt habe. Und auf was für Nischendinge er auch immer steht, es ist keine Aussage über diese Dinge. Es ist zumindest nicht so gedacht. Ich denke, es ist ein Abfeiern dieser Dinge, nur durch diese unbeholfene, sozial unsichere Linse.

Aber ich bekomme Kritik von Leuten, die nicht in den Fangemeinden sind. Ich habe einmal eine Bemerkung von meinem Chef bekommen, als ich für eine Firma gearbeitet habe, die ein paar Onyx-Videos finanziert hat. Und er sagte: „Ich weiß nicht, ich mache mir Sorgen, dass Onyx unser Publikum verprellt.“ Und ich sagte: „Was meinst du?“ Und er sagte: „Nun, du machst dich über sie lustig und du machst dich über die Leute lustig, von denen wir wollen, dass sie auf unsere Website kommen, von denen wir wollen, dass sie auf unseren YouTube-Kanal kommen.“ Und ich musste ihm erklären, dass ich mich nicht über irgendjemanden lustig mache. Onyx ist die Zielscheibe des Witzes und er ist meine Kreation und alles andere ist irgendwie nebensächlich. Aber mein Chef hat sich wirklich schwergetan, das zu verstehen. Es war einfach nie meine Absicht, mich über jemanden lustig zu machen. Ich habe allerdings Kritik von Satanisten bekommen.

René:
Okay, das ist interessant.

Andrew:
Ja, ich bin tatsächlich von ein paar Filmfestivals und Produktionen ausgeschlossen worden, die von Leuten geleitet werden, von denen ich herausgefunden habe, dass sie meine Videos hassen und speziell Mitglieder des Satanic Temple sind. Die wirklich denken, dass ich ihnen einen Bärendienst erwiesen habe, indem ich das „Weird Satanist Guy“-Video gemacht habe. Ich habe das direkt ins Gesicht gesagt bekommen (lacht). Das ist interessant, denn man sollte meinen, dass es bei Satanisten darum geht, offen zu sein, weißt du, aber sie mochten nicht, dass ich Onyx als Satanisten dargestellt habe.

René:
Satanismus ist ja auch ein großer Teil des Drehbuchs, das du für Onyx geschrieben hast.

Andrew:
Ja.

René:
Hast du viel recherchiert, um das wirklich richtig darzustellen, oder sind es nur ein paar Elemente, die du hier und da aufgeschnappt und zusammengefügt hast?

Andrew:
Es ist eine Mischung. Ich habe eine Menge recherchiert. Ich habe tatsächlich einen Stapel von Büchern neben der Kamera hier (zeigt drei Bücher über Satanismus). Und ich habe noch mehr. Im Film geht es darum, dass Onyx als Satanist in eine Villa geht, die DEM Satanistenguru gehört, um an einem großen Ritual teilzunehmen, um einen Dämon zu erwecken. Dabei geht alles irgendwie schief, wie es in einer Horrorkomödie so sein muss. Am Anfang dachte ich, ich müsste dafür den theistischen Satanismus recherchieren und die Leute, die sich auf Satan als Gottheit beziehen, wirklich verstehen. Denn das ist nicht wie der LeVay-Satanismus, der eher eine Art Humanismus ist. Es geht um den Teufel als eine Entität.

René:
Als tatsächliches Wesen.

Andrew:
Ja. Ich habe also angefangen zu lesen, und ich glaube, viele Leute, die für kreative Arbeit recherchieren, kommen an diesen Punkt: Man kennt sozusagen die Grundzüge des Ganzen, die Struktur des Systems. Und man muss dann einfach seine eigene Welt dazu erschaffen. Denn die Intention des Films ist letztlich, ein Horror-Komödien-Abenteuer zu sein. Und wenn ich mich zu sehr damit beschäftige, den Film an den Satanismus der realen Welt zu binden, fängt es an, den Film und den Spaß, den wir damit haben könnten, kaputt zu machen.

Und, weißt du, das mag bei Satanisten mehr Anstoß erregen. Aber ich weiß nicht, ich denke, er wird immer noch mit Respekt behandelt. Und alle Charaktere, die im Film sagen, dass sie Satanisten sind, haben immer noch ihre eigene Meinung dazu. Und sie haben eine Perspektive, die informiert ist. Sie werden nicht als Witzfiguren dargestellt. Sie sind keine zweidimensionalen, klischeehaften Gothic-Satanisten, die völlig überfordert sind. Sie haben etwas durchgemacht, das sie zu Luzifer geführt hat. Ich denke also, es ist eine Mischung, und ich hoffe, es ist genug Mischung, so dass ich die Leute, die Satanismus praktizieren, nicht beleidige. Denn, nochmal, das ist nie meine Absicht. Es gibt mir nichts, jemanden zu beleidigen.

René:
Vielleicht ist das der große Unterschied. Wenn man auf Anime oder Videospiele oder Horrorfilme steht, weiß man, dass das alles fiktiv ist, und bei diesem Satanismus geht es eher darum, dass man daran glaubt, dass es tatsächlich Dinge gibt, die paranormal sind.

Andrew:
Absolut. Ja, genau. Man nähert sich einer anderen Art von Zugehörigkeit oder Fanbase an. Obwohl einige Leute ihre Nerd-Fangemeinde sehr ernst nehmen, hast du recht. Es kommt dem nicht nah, die Religion von jemandem zu kritisieren oder so zu wirken, als würde man sie kritisieren.

„Humor war für mich immer mit etwas Bedrohlichem verbunden“

René:
Neben dem Satanismus gibt es eine Menge anderer sehr dunkler Töne, depressiver Töne, nicht nur bei Onyx, sondern auch in anderen Projekten, die du gemacht hast. Wie Worm, Little Willy, viele deiner Kurzfilme. Woher kommt das?

Andrew:
Ich glaube, es gibt einfach etwas in meiner Psyche, ich weiß nicht, wann es passiert ist, das Komödie oder Humor nur durch diese Linse der Dunkelheit sieht. Und es ist keine Last. Es ist nicht beschwerlich. Es ist einfach etwas, womit ich mich wohlfühle. Ich habe nie alberne Komödien gemocht. Ich mag Komödien, die in Emotionen und Absurdität verwurzelt sind. Aber es muss einfach eine gewisse Schärfe dabei sein. Selbst, wenn man an Sachen wie Pee-wee und Pee-wee’s Big Adventure denkt: Er hat etwas Bedrohliches an sich. Er ist einfach irgendwie labil. Er kann seine Beherrschung verlieren. Das kann ich gut nachempfinden. In allen Projekten, die ich mache, gibt es eine gewisse Dringlichkeit oder jemanden, der irgendwie bedrängt wird.

Und als ich mich daran machte, das Onyx-Drehbuch zu schreiben, war es ganz natürlich, dass es nicht einfach eine Art SNL-Sketch-Comedy-Film wird. Es sollte keine Aneinanderreihung von Witzen sein, die alle diese Leichtigkeit haben, sondern es sollte ein richtiger Film mit einer Handlung werden. Eine, die sich mit Onyx‘ Hintergrundgeschichte beschäftigt, warum er so ängstlich und neurotisch ist. Und mit dem Tod. Weißt du, alle Todesfälle werden auf eine sehr reale Weise dargestellt. Es soll nicht zum Lachen sein, wenn jemand im Film stirbt. Ich schätze, das kommt daher, dass ich als Kind Humor als Werkzeug benutzt habe. Witze zu machen war immer ein Weg, um mit Leuten umzugehen, die einen gemobbt haben, und um sozial angespannte Situationen in der Highschool zu entschärfen. Ich denke also, Humor war für mich immer mit etwas Bedrohlichem verbunden.

René:
Du hast schon mehrere Spielfilme gedreht, bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen waren in deinen Projekten dabei. Du hast Onyx-Clips gemacht, die viral gegangen sind und zu Memes wurden, Millionen von Menschen erreichten. Und jetzt kämpfst du darum, deinen Film finanziert zu bekommen. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Andrew:
Nun, zwei Dinge: Alle meine Spielfilme waren immer sehr experimentell. Ich habe noch nie einen Spielfilm gemacht, der wie ein traditioneller Film aussah. Weißt du, ich habe einen Film gemacht, der eine Mockumentary war. Eine gefakete Dokumentation mit Handkamera. Ich habe einen Film gemacht, der komplett mit einer GoPro gedreht wurde, die auf der Brust des Schauspielers befestigt und den ganzen Film über auf ihn gerichtet war. Ich habe einen Film gemacht, der auf Mini-DV gedreht wurde, als ob jemand draußen im Wald wäre und versuchen würde, ein Monster zu fangen. Und obwohl jeder dieser Filme auf renommierte Filmfestivals gezeigt wurde, denke ich einfach, dass sie für ein breiteres Publikum immer ein wenig unförmig aussahen.

Und ich glaube, das hat mir als Regisseur geschadet, weil man sagen kann, na ja, er hat drei Spielfilme gemacht, aber sie haben etwas, das fast kein Gewicht hat, weil sie einfach nicht wie Filme aussehen, wie wir Filme kennen. Und bei Onyx ist es so, dass die Art, wie er sich verbreitet hat, mich immer im Dunkeln gelassen hat. Und ich habe mich bemüht, die Tatsache aufzudecken, dass es einen Darsteller hinter dieser Figur gibt. Aber ich sage dir, von den hunderten Millionen Zuschauern, die diese Onyx-Videos gesehen haben, wette ich immer noch, dass mehr als die Hälfte denken, dass er eine echte Person ist, die in Michigan lebt und diese verrückten Dinge in den Nachrichten sieht, weil …

René:
Das war am Anfang sein Ding.

Andrew:
… es war sein Ding. Also, ich habe mir das selbst angetan. Ich habe einen Rahmen geschaffen, der mich irgendwie anonym halten sollte. Damit die Sache Erfolg hatte, musste ich anonym bleiben. Und ich denke, das hat der Wahrnehmung dieses Charakters als fiktive Figur, die einen Film wie den, den ich jetzt zu machen versuche, geschadet. Es ist fast so, als würde ich erst jetzt wirklich aus dem Schatten heraustreten und versuchen, jedem, der jemals ein Onyx-Video gesehen hat, zu sagen: Hey, ich bin ein Filmemacher. Warum nehmen wir nicht diesen Charakter und setzen ihn in einen Film um?

Und ich bekomme immer noch Kommentare wie: „Warte, ich dachte, Du lebst in Detroit. Warte, Onyx ist nicht echt.“ Also denke ich, dass verstreute Stücke von ihm über das Internet verteilt worden sind. Obwohl ich seit Jahren einen zentralen YouTube-Kanal habe, habe ich den Kanal nicht so häufig gepflegt, wie ich es hätte tun können. Weil ich immer Vollzeitjobs als Produzent oder Regisseur hatte. Ich denke also, all das ist der Grund, warum es jetzt über Crowdfunding laufen muss. Und es wird Druck geben. Ich meine, wir haben uns bisher gut geschlagen, aber es wird Druck geben. Es ist nicht so, dass ich dem Internet einfach gesagt habe: „Hey, wollt ihr einen Onyx-Film sehen?“ Und alle sagten: „Ja, verdammt!“ und sind gekommen (lacht). Es ist so, dass ich jeden Tag die Tatsache verkünden muss, dass diese Sache passiert, um die richtigen Augen darauf zu lenken.

René:
Könnte die Tatsache, dass es eine globale Pandemie gibt, auch ein negativer Faktor sein? Ich meine, warum hast du diesen Zeitpunkt gewählt?

Andrew:
Ja, ich weiß. Ich meine, das ist eine gute Frage. Ich klammere mich immer wieder an die Tatsache, dass die Menschen während der Pandemie nie aufgehört haben, Unterhaltung zu wollen und wohl auch nicht, Geld für Unterhaltung auszugeben. Ich meine, Videospiele sind im Laufe der Pandemie millionenfach mehr verkauft worden, der Digitalverleih von Filmen hat zugenommen. Ich habe immer noch das Gefühl, dass wir uns trotz des wahnsinnig schweren Jahres unterhalten lassen wollen. Es ist immer noch ein Teil unserer menschlichen Natur, zu flüchten und etwas zu haben, worüber wir lachen können und wovon wir begeistert sind.

Ich hätte das nicht in Monat eins oder auch Monat sechs der Pandemie gestartet. Aber in L.A. sah es langsam so aus, als ob im Juni oder Juli der Großteil der Leute in der Unterhaltungsindustrie geimpft sein würde. Und ich dachte, wenn die Pandemie vorbei ist, wäre das ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen, weil es den Effekt haben könnte: Oh, wow, aus diesem verrückten Jahr könnten wir vielleicht etwas wirklich Cooles mitnehmen, das uns ein Projekt gibt, auf das wir uns freuen können. Und ich denke, das war auch die allgemeine Reaktion. Aber natürlich gab es auch Leute, die sagten: „Das war kein guter Zeitpunkt, das zu tun, Kumpel, du solltest das sein lassen.“ Aber jedes Mal, wenn jemand das sagt, melden sich etwa 50 Leute, die sagen: „Ich will, dass dieser Film gemacht wird“. Die vielleicht ihren Job wegen Covid verloren haben und deren Familie einen Monat oder länger krank war, aber sie wollen diesen Film trotzdem sehen. Weil sie etwas wollen, auf das sie sich freuen können.

Also, weißt du, es ist definitiv ein Gleichgewicht da. Außerdem dachte ich wirklich, ich würde viele Leute um ein bisschen Geld bitten und nicht zu Leuten gehen, die dieses Jahr entlassen wurden und sagen: „Kannst du mir zehn Riesen für meinen Film geben?“ (lacht) Weißt du, ich dachte: Na ja, Onyx hat achthunderttausend Follower auf TikTok. Was brauche ich also? Ich brauche ungefähr fünfzig Cents von jedem von ihnen? So habe ich gedacht und nicht bedacht, dass es eine Belastung für die Leute sein könnte. Wir haben einige große Spenden erhalten, aber ich denke, die meisten Spenden waren am unteren Ende. Das bedeutet also, dass wir mehr Unterstützer brauchen.

„Sobald du dich darauf einstellst, arbeitest du dich durch die Erschöpfung hindurch“

René:
Ein weiteres großes Problem für dich ist, dass du, zumindest sieht es so aus, praktisch alles alleine machst, das Erstellen von Inhalten, um den Film zu bewerben, Social Media, Öffentlichkeitsarbeit. Du hast zumindest eine Assistentin, wie ich jetzt weiß.

Andrew:
Ja.

René:
Aber trotzdem hast du in den Livestreams erzählt, dass du im Grunde rund um die Uhr auf den Beinen bist oder vielleicht zwischendurch ein bisschen schläfst, um all das zu managen. Zusätzlich zu deinen eigentlichen bezahlten Jobs, die du machst. Wie funktioniert das überhaupt über einen so langen Zeitraum?

Andrew:
Am Anfang hat es gar nicht gut funktioniert. Als ich den Kickstarter gestartet habe, hatte ich zu viel Arbeit aus meinen freiberuflichen Jobs. Und dann hatte ich auch noch eine Vollzeitstelle, bei der ich Inhalte für einen YouTube-Kanal produzierte. Und das hat einfach nicht funktioniert. Ich habe nicht geschlafen. Und so habe ich diesen Vollzeitjob aufgegeben. Denn ich wusste, als wir die Zahlen sahen, die reinkamen, auch wenn sie stabil waren, brachten sie uns nicht so weit, wie ich anfangs wollte. Und mir wurde klar, dass ich jeden Tag Inhalte schaffen muss. Den ganzen Tag. Ich musste YouTube-Videos machen, TikTok, Livestreams, alles Mögliche, um das zu schaffen.

Also habe ich den Job gekündigt und dann wurde es überschaubarer. Und ich glaube, ich habe auf halbem Weg einen Rhythmus gefunden. Es ist nicht so, dass ich aufgehört hätte, erschöpft zu sein, aber man kommt an diesen Punkt, an dem man ein Ziel vor Augen hat und es ein festes Datum gibt – weißt du, das Ganze ist in zwei Wochen vorbei ab unserem Gespräch – sobald du dich also darauf einstellst, arbeitest du dich durch die Erschöpfung hindurch und hörst einfach nicht mehr auf den Teil deines Gehirns, der sagt: „Oh, Mann, ich will das jetzt nicht machen. Ich will schlafen gehen.“ Und du denkst: „Nein, wir müssen die Kamera einschalten, das Kostüm anziehen und uns hier hinsetzen und über den Kickstarter sprechen und noch mehr Unterstützer gewinnen.“ Man erreicht eine Art Läuferhoch, wo man einen Marathon läuft und der Körper einfach aufhört, auf sich selbst zu hören, wenn er sagt „Abschalten!“

Aber ich habe Hilfe. Ich habe jemanden, der mir hilft, die Kampagne zu führen. Und ich habe jetzt eine Assistentin, die ich vorher noch nie hatte. Denn als Indie-Produzent und freier Produzent hat man nicht das Gefühl, dass man sowas braucht. Man denkt, naja, nein, die Leute im Studiosystem haben Assistenten. Agenten haben Assistenten. Aber es kam der Punkt, an dem einfach zu los war und ich den Überblick verlor. Also meldete sich eine Freundin von mir und hat mich unterstützt, was schon sehr hilfreich war.

René:
Das klingt gesund.

Andrew:
Ja, auf jeden Fall.

René:
Hast du nicht trotzdem ein bisschen Angst vor einer Zukunft, in der der Film nicht gemacht wird? Du hast deinen Vollzeitjob gekündigt. Du hast eine Menge Mühe, eine Menge Energie in die Kampagne gesteckt. Was ist, wenn das jetzt einfach ins Leere läuft?

Andrew:
Ja, ich denke darüber nach. Aber es ist diese „Henne und Ei“-Sache. Damit es passiert, muss ich mich selbst an einen Punkt bringen, an dem ich fest daran glaube, dass es möglich ist – und das nicht in einem wahnhaften Sinne. Ich glaube nicht, dass es ohne eine Menge Arbeit möglich ist, aber ich muss daran glauben, dass es möglich ist. Aber es erfordert meine volle Aufmerksamkeit. Der einzige Weg, wie ich mich voll darauf konzentrieren kann, ist, diese anderen Jobs aufzugeben und in der Realität zu leben, dass es passiert. Und es wird so viel Mühe kosten, oder so viel Mühe, oder so viel Mühe. Wenn ich auch nur einen Moment daran denke, dass es nicht passieren könnte, dann nimmt das einfach meinen Enthusiasmus und dann. Na ja, dann passiert es eben nicht.

Ich will nicht zu philosophisch klingen, aber es ist wirklich so, dass der Glaube daran, dass es möglich ist, das ist, was mich dazu antreibt, die Arbeit zu tun, die es praktisch möglich machen könnte. Der Gedanke, zu scheitern, haut mich so sehr um, dass ich nicht am Start sein und die Videos machen würde, die die Sache möglicherweise finanzieren würden. Man muss einfach in dieser Art von Zustand bleiben und entsprechend handeln.

René:
Und du hast den Ansatz gewählt, sehr transparent mit den Unterstützer*innen umzugehen und vor allem mit denen, die du als die Die-Hards in der Facebook-Gruppe bezeichnest.

Andrew:
Ja.

René:
Hast du keine Sorge, dass du zu viel von dir preisgibst?

Andrew:
(lacht) Die habe ich nicht. Meine Arbeit, egal ob es sich um meine Videos im Internet handelt oder um einen der kleinen Spielfilme, die ich gemacht habe, sind sehr verletzliche, emotionale Arbeiten. Sogar Onyx hat Meltdowns, Wutanfälle und Tränen, also kann ich nur aus dieser Perspektive durch den Prozess navigieren. Was letztendlich das meiste Verständnis und die meiste Unterstützung für dieses Projekt bringen wird, ist, dass ich so ehrlich bin, wie ich nur sein kann.

Also mache ich ein Video, in dem ich sage: „Wisst ihr, ich glaube nicht, dass wir das Geld bekommen werden. Ich bin total verängstigt.“ Und dann mache ich ein Video, in dem ich sage: „Wow. Nun, wir haben unser Freitagsziel erreicht.“ Ich möchte, dass die Unterstützer und die Leute in der Gruppe der Die-Hards die Achterbahnfahrt des Ganzen sehen. Denn als Filmemacher würde ich das zu schätzen wissen. Ich hasse es, wenn ich Leute darüber reden höre, dass sie es geschafft haben oder dass sie ihre Finanzierung bekommen haben und sie teilen die Details nicht. Sie sagen nur: „Na ja, weißt du, es war eine Menge harter Arbeit, aber schließlich hat alles geklappt.“ Und ich frage: „Was meinst du? Woher hast du dein Geld bekommen? Wen hast du kennengelernt, um den Scheck zu bekommen, um das Geld zu verdienen?“

Ich will alles wissen. Denn ich denke, es ist gesünder, wenn es nicht so viel Geheimnisvolles um den Prozess gibt. Manche Filmemacher sagen: „Das sage ich lieber nicht“, denn dann könnte es dem Vertrieb schaden, weil der Verleiher weiß, dass man nur so und so viel Geld ausgegeben hat, und einen runterhandeln kann. Ich habe mich einfach entschieden, besonders bei diesem Projekt, so offen und ehrlich wie möglich zu sein. Ich könnte es auch gar nicht anders machen. Wenn ich auf meiner Facebook-Seite sagen würde: „Wir sind auf einem guten Weg und ehrlich gesagt, habe ich ein gutes Gefühl. Ich denke irgendwie, dass es passieren wird, egal was kommt.“ Das würde ich dem Typen nicht abkaufen. Ich würde dem Typen nicht trauen.

René:
Hast du manchmal ein schlechtes Gewissen, weil du die Leute immer wieder so sehr drängst?

Andrew:
Ja, es ist schwierig, weil einige Leute gesagt haben, sie haben den Film unterstützt, sie haben ihr Maximum erreicht, sie werden ihren Beitrag nicht erhöhen. Und dann hatte ich diese Woche die Idee, dass ich ein exklusives Stück Merch für alle Unterstützer kreieren könnte, die den Film bereits unterstützt, aber innerhalb dieses 24-Stunden-Fensters ihren Beitrag erhöht haben. Und es gab Leute in der Die-Hard-Facebook-Gruppe, die mehr oder weniger sagten, das sei eine schlechte Idee. Wenn jemand bereits unterstützt hat, kann er nicht mehr aufbringen. Aber dann habe ich das veröffentlicht, und wir haben an diesem Tag 9.000 Dollar eingenommen, alles von Unterstützern, die bereits gespendet hatten.

Das zeigt, dass die Leute noch nicht am Ende waren oder zumindest auf den Anreiz reagiert haben. Ich denke, der Trick ist, dass sie es nicht persönlich nehmen, wenn ich sie dränge. Und ich darf es nicht persönlich nehmen, wenn sie nicht darauf reagieren – es ist eine symbiotische Sache.

Die Realität des Fundraisings, und das wurde mir von so vielen Leuten gesagt – ich habe einen Rat von einem Experten bekommen, der solche Kampagnen durchgeführt hat – ist, dass man eine abscheuliche Menge an Output erreichen muss. Man muss so viel darüber reden, dass einige Leute genervt sind und aufhören, dir zu folgen. Und der einzige Weg, wie du 500.000 Dollar in 45 Tagen bekommen kannst, ist, wenn du so viel Druck machst. Es ist also eine wirklich heikle Dynamik. Ich versuche allerdings, niemandem Schuldgefühle zu machen. Ich benutze keine Ausdrücke wie „Wenn die Leute in dieser Gruppe ihre Spenden nicht erhöhen, dann weiß ich nicht, wie wir es schaffen sollen.“ Weißt du, es ist immer nur die Information, dass wir finanziert wären, wenn wir 1.900 neue Unterstützer für 88 Dollar gewinnen würden. Seid skeptisch dieser Information gegenüber! Macht damit, was ihr wollt. Ich versuche, nie so etwas wie anklagend oder aggressiv zu sein, aber ich möchte, dass sie die Realitäten der Situation kennen.

Denn ich denke, dass es Leute gibt, die die Independent-Filmbrache nicht kennen oder noch nie eine große Spendenaktion gemacht haben, die das nicht verstehen. Es ist keine Zauberei. Es ist nicht so, dass wenn man einfach etwas macht, auch alle Leute kommen werden. Das ist eine komplette Lüge. Ein Beispiel: Es war keine Magie, dass wir an dem Tag 9.000 Dollar mehr bekamen. Es lag daran, dass ich bis 2 Uhr morgens in dieser Garage war, dieses Video drehte, jemanden dafür bezahlte, das Merch innerhalb von zwei Tagen zu entwerfen, und das Video dann am nächsten Morgen um 8:30 Uhr veröffentlichte.

„Wenn das hier scheitert, drehe ich einen düsteren, experimentellen Horrorfilm“

René:
Aber wenn der Kickstarter scheitert, hast du bereits angekündigt, dass du Onyx aufgeben wirst. Ist das immer noch der Plan?

Andrew:
(lacht) Das ist immer noch der Fahrplan. Nur weil ich für mich persönlich weiß, dass dieser Film so eine große Anstrengung und so ein großer Wurf ist, dass ich, wenn er nicht zustande kommt, … Es ist keine emotionale Reaktion, dass ich so deprimiert wäre, dass ich Onyx umbringen möchte. Kreativ werde ich den Schwung verlieren, diesen Charakter weiterzuführen – für eine ganze Weile. Ich werde das Gefühl haben, dass das eine Art Zeichen dafür war, dass ich ihn beiseite legen und mich als Regisseur vielleicht auf andere Dinge und andere Möglichkeiten konzentrieren sollte. Es ist einfach nicht realistisch, dass ich diese Sache scheitern sehe und dann sofort den Hut aufsetze und hierher komme und sage: „Oh, hey, was geht? Ich bin Onyx. Wollt ihr meine YouTube-Videos sehen?“ Ich würde sagen: „Nein, das werden wir jetzt nicht tun, Kumpel“ (lacht). Aber, weißt du, es ist nicht wie eine Bestrafung für die Leute oder so.

René:
Oder eine Drohung?

Andrew:
Oder eine Drohung. Es ist einfach eine Realität des kreativen Lebenszyklus, von dem ich weiß, dass ich ihn durchlaufen werde. Wenn das hier scheitert, werde ich wahrscheinlich einen düsteren, experimentellen Horrorfilm machen, der auf VHS in einer dreckigen Wohnung in der Innenstadt gedreht wird und in vierzehn Tagen fertig ist. Das ist es, was passieren wird, wenn die Onyx-Kampagne scheitert.

René:
Das klingt toll. Vielleicht will ich auch das sehen.

Andrew:
(lacht) Ja. Ich meine, wer weiß, wenn diese Kampagne scheitert, aber sie führt zu irgendeinem seltsamen neuen experimentellen Film für mich, vielleicht war das die ganze Zeit so vorgesehen. Ich weiß es nicht.

René:
Lass uns über das Szenario sprechen, in dem du 500.000 erreichst.

Andrew:
Ja.

René:
Was denkst du, wie werden sich die Dinge entwickeln, wenn du das Geld hast? Was wird realistischerweise danach passieren?

Andrew:
Ich denke, wenn wir die 500.000 erreichen, ist mein erstes Ziel – und ich habe schon angefangen, daran zu arbeiten – einen Investor zu finden, um diese 500 im Grunde erst voll zu machen. Denn was passieren wird, ist, dass wir diese 500 bekommen und dann gehen acht bis zehn Prozent an Kickstarter. All die Belohnungen müssen produziert und erstellt werden, all die T-Shirts, Aufkleber, Poster, Schlüsselanhänger, Spielfiguren, und das wird noch mehr Geld von den 500 kosten. Ich will aber 500 als Produktionsbudget. Ich habe mich also an mögliche Investoren gewandt, die die Kampagne im Auge behalten. Und ich habe gesagt, wenn wir 500 erreichen, würdet ihr in Betracht ziehen, mit einer zusätzlichen Finanzierung an Bord zu kommen? Um die Differenz aus den Kickstarter-Gebühren und der Produkterstellung zurückzuzahlen, damit wir mit 500.000 in die Produktion gehen können? Und ein paar von ihnen haben gesagt, dass ich sie auf dem Laufenden halten soll.

René:
Sehr vage.

Andrew:
Ganz genau. Ich habe niemanden bekommen, der gesagt hat: „Ich bin da, Mann. Natürlich unterstütze ich dich. Ich unterstütze dich mit hundert Riesen“ oder was auch immer. Aber es gibt definitiv Interesse. Und die Art und Weise, wie es funktioniert, auch wenn ich nie einen richtigen Spielfilm mit einer echten Finanzierung dahinter auf die Beine gestellt habe, ist: Wenn ich nahe dran war, dann nur, weil es bereits Geldquellen gab. Selbst wenn man nur erfährt: „Hey, wir haben tatsächlich 150.000 von dieser kanadischen Produktionsfirma bekommen“, dann zieht das auf einmal jemand anderen an. „Oh, ihr habt schon 150.000. Ich meine, ich denke, ich könnte euch auf 300.000 bringen. Ich könnte 150.000 geben, dann hast du 300.000“.

Doch dein Budget ist 500. Dann musst du den Film vielleicht nur noch an einen ausländischen Verleiher verkaufen, der dir die 200 im Voraus gibt und dann hast du plötzlich deinen Film. Aber er kommt von diesen verschiedenen Quellen. Und ich denke, das wird mit dem Onyx-Film passieren, denn 500 zu haben, ist wirklich attraktiv für alle anderen Investoren. Ich denke, dass es sehr attraktiv wäre, wenn man bereits den Großteil dessen hätte, was man zum Drehen des Films braucht.

René:
Nach dem Kickstarter liegt also noch ein langer Weg vor dir, um den Film tatsächlich umzusetzen.

Andrew:
Ich denke schon, ich denke schon. Aber ich denke trotzdem, dass man in ein paar Monaten drehen könnte. Ich meine, der Film ist letztendlich sehr klein. Es spielt sich alles in dieser Villa ab und in der Villa gibt es nur sieben Charaktere. Man könnte das während der Pandemie drehen, wenn alle vorher und nachher richtig in Quarantäne wären. Aber da ich weiß, dass viele von uns in L.A. geimpft werden, denke ich, wenn das Geld bis April gesichert ist und sogar noch im April, wenn wir diese Zusatzfinanzierung bekommen, dann ist Mai, Juni, Juli und man bereitet sich vor. Und dann dreht man vielleicht im August, September. Es ist nicht unvernünftig zu denken, dass das der Zeitplan ist, den wir einhalten könnten, wenn wir die Finanzierung bekommen.

René:
An diesem Punkt der Kickstarter-Kampagne, was sind deine größten Lehren?

Andrew:
Das Wichtigste, was ich gelernt habe, und das würde ich jedem sagen, der eine Kickstarter-Kampagne plant, ist, vor dem Start ein Team zusammenzustellen. Ich habe im Laufe der Kampagne eine Art Team aufgebaut, aber ich wäre besser dran gewesen, wenn ich mit diesem Team gestartet wäre. Und ich meine speziell einen Publizisten. Jetzt habe ich einen Publizisten, der an Bord ist, einen Kampagnenmanager. Jetzt habe ich eine Assistentin und einen Designer, der sich um die Grafik kümmert und das ziemlich konsequent tut.

Man muss sich überlegen, welche Anreize die Kampagne im Laufe der 45 Tage oder 60 Tage, oder was auch immer man macht, ankurbel könnten. Livestreams, Events wie letzte Woche, als wir alle das Skript auf meinem YouTube-Live gelesen haben.

Und auch etwas, das ich erst nicht verstanden habe, ist – und das war meiner Meinung nach der größte Fehler bisher, und ich hoffe, wir haben ihn korrigiert – Kickstarter wird fast nur finanziert, weil es Vorbestellungen für ein Produkt gibt. Ein Tabletop-Spiel braucht Finanzierung, okay. Aber was wirklich passiert, ist, dass die Leute sagen, na ja, hier sind meine 45 Dollar, um dieses Tabletop-Spiel als Erster zu bekommen.

Bei einem Film habe ich das nicht so gesehen. Ich dachte, naja, die Belohnungen werden besondere Dinge sein, Cartoons, die gemacht und nie veröffentlicht wurden, Comicbücher, Spielzeug, exklusive Inhalte rund um den Film und mit dem Charakter, aber nicht der Film als Produkt. Denn wenn der Film gedreht wird, dann wird ihn jeder sehen können. Weißt du, wenn der Film gedreht wird, wird er hoffentlich bei Amazon erhältlich sein oder man kann eine Blu-ray kaufen. Ich habe also das Produkt nicht als wichtige Belohnung gesehen, was ein entscheidendes Missverständnis über die Sprache von Kickstarter war. Die Tatsache, dass beim Start, ich glaube zwei Wochen lang, eine Kopie des Films nicht einmal auf der Belohnungsliste stand. Und ich glaube, das hat uns von Anfang an geschadet.

Ich habe das zwei Wochen lang nicht verstanden. Und dann, nach zwei Wochen, fügte ich einen digitalen Screener hinzu, eine Blu-ray, die VHS. Und dann tauchten plötzlich Leute auf und spendeten auf diesen Etappen. Aber ich frage mich, ob wir besser dastehen würden, wenn ich von Anfang an mit diesen Belohnungen gestartet wäre. Kann man wohl nicht sagen. Aber das ist meine Vermutung. Betrachtet Kickstarter als eine Art Transaktion! Wenn ihr eine Kickstarter-Aktion startet, was werden die Leute bekommen, das mit dem Produkt zusammenhängt und wie schnell werden sie es bekommen?

René:
Würdest du jungen, aufstrebenden Kreativen überhaupt empfehlen, Crowdfunding zu machen, oder würdest du eher sagen, wenn es das erste Mal ist, dass du versuchst, ein Projekt zu finanzieren, versuche es auf eine andere Art?

Andrew:
Ich würde Crowdfunding erst dann versuchen, wenn man weiß, dass man eine unmittelbare Fanbase oder Community hat, auf die man zurückgreifen kann. Ich würde kein Crowdfunding riskieren, ohne bereits ein gewisses Maß an Publikumsbeteiligung aufgebaut zu haben. Sei es durch einen YouTube-Kanal oder durch andere Filme, die man gemacht hat.

Es war wirklich wichtig für mich, die Facebook-Gruppe zu mobilisieren, die ich habe und die nur etwa 3.500 Leute umfasst. Aber trotzdem wussten diese 3.500 Leute schon Wochen vorher von der Kampagne und waren bereit, in der ersten Woche zu spenden. Und weil sie in dieser ersten Woche auftauchten, kamen wir in der ersten Woche auf fast neunzigtausend. Wir starteten an einem Dienstag und am Freitag waren wir bei 70.000 und in der darauffolgenden Woche bei etwa 100.000, glaube ich. Das lag also wirklich an dieser Kerngruppe. Und wenn die nicht da gewesen wären, hätten wir vom ersten Tag an zu kämpfen gehabt.

Wenn ihr Interesse an dem Projekt bekommen habt, schaut euch die Kickstarter-Kampagne für „Onyx The Fortuitous and The Talisman of Souls“ auf Onyxthemovie.com an.

From „Weird Gamer Guy“ to film star? An interview with Andrew Bowser aka Onyx The Fortuitous

It seems strange not to know Andrew Bowser. In addition to his many directorial works, he reaches an audience of millions with his quirky character Onyx the Fortuitous. And yet it turns out to be a huge effort for Bowser to mobilize people to help his lovable character into a feature film. Onyx the Fortuitous and the Talisman of Souls, the title of the planned film, is to be financed via Kickstarter. For weeks now, the donations have been walking a nerve-wracking tightrope between success and failure.

René:
For those who don’t know you or your work, who are you and who is Onyx?

Andrew:
Well, I am an independent filmmaker, writer and director named Andrew Bowser. And Onyx is a creation of mine. He is a character that I portray that started off appearing in a series of viral videos and then has been in a web series and is now attempting to move into feature film.

René:
How did you come up with the character? What made you create him?

Andrew:
Well, I came up with one of his catchphrases first, it wasn’t intended to be a catchphrase, but I just had the idea that I’d like to do a character who was so nervous that he always said “I dunno” after any statement, even if it was a statement he was certain of. So if somebody asked him “What’s your favorite movie?” he might say “Pumpkinhead, I dunno”. Even though he very much knows. And it started with that little quirk, that little vocal tic, and I did a video called “Weird Gamer Guy” where I fleshed out what he would sound like around that vocal tic. So it all started with that awkward “I dunno” and then I built out from there.

René:
You said yourself you don’t even play video games. You don’t own any gaming systems of your own. Why is it that you created a character around this catch phrase as a gaming or nerd guy?

Andrew:
You know, it’s a it’s a gilded cage I built for myself. I just so happened to be at E3 in 2012, the big expo in Los Angeles for video games. And I was there for work and I thought, hey, I could shoot a video with my weird character that I’ve been working on here. So because of the location I made him a weird gamer guy, but it isn’t based on any interests of my own. So much so that I had to research, I had to look up Diablo and words from other video games, characters and lands just to make that video seem authentic.

Whereas truthfully, I am a horror nerd and I now have made Onyx also a horror nerd so I can actually talk for him. But gaming, yeah, I really don’t know much about gaming and it’s difficult – or anime. It’s difficult whenever I have to write for Onyx and it’s about anime or gaming because I don’t know anything about either.

René:
Do you have people giving you advice on what is the hot topic in gaming or anime right now so that you can build around this?

Andrew:
Yeah, I do. I have specific people I’ll reach out to, especially on TikTok and I’ll say, hey, I want to cosplay an anime character. What show should I do? What character? And then they give me suggestions. I shot a video last year called “Weird Anime Guy”, and I had to get someone to weigh in on what would he rant about? And somebody suggested One Punch Man. And the irony is I’d never seen it. But then I watched a few episodes to research the video and I wound up really liking it and watching all of it. So I could be a fan of those things. I just haven’t given them time.

René:
Yeah, maybe if you didn’t work around the clock to make your movie you could get into all the stuff that Onyx is into.

Andrew:
Exactly.

„I’m not making fun of anyone“

René:
Have you ever been criticized by the audience who is actually into nerd stuff for mocking them?

Andrew:
You know, it’s interesting. I’ve never received direct criticism from people that are a part of these fandoms because I think they get that I’m not making fun of them or their interests. I’m just using Onyx to express an awkwardness that I feel or that I felt as a kid. And whatever niche thing he’s into, it’s not a statement on those things. I don’t think it is. I think it’s a celebration of those things just through this awkward, socially insecure lens. But I get criticism from people that aren’t in the fandom. I got a note once from my boss when I was working for a company that had financed a few Onyx videos. And he was like “I don’t know, I’m worried that Onyx is going to alienate our audience.” And I said “what do you mean?” And he said “Well, you’re making fun of them and you’re making fun of the people that we want to come to our website, that we want to come to our channel on YouTube.”

And I had to explain to him my perspective was that I’m not making fun of anyone. Onyx is the butt of the joke and he’s my creation and everything else is kind of incidental. But my boss had a really hard time understanding that. I think he thought I’m taking the piss out of those people. But I’ve just never intended to do that. I have gotten criticism from satanists though.

René:
Okay, that’s interesting.

Andrew:
Yeah, I’ve actually been kind of gate kept from a couple of film festivals and productions that were run by people that I found out hate my videos and specifically are members of the Satanic Temple and really think I did them a disservice by doing the weird satanist guy video. I’ve heard it directly from them (laughs). So that’s interesting because you’d think being a satanist was all about having an open mind, you know, but they didn’t like me having Onyx be a satanist.

René:
Satanism also is a huge part of the script that you wrote for Onyx the movie.

Andrew:
Yes.

René:
Did you do a lot of research to really get it straight, or is it just some elements that you caught up here and there and pasted together?

Andrew:
It’s a blend. I did do a lot of research. I actually have a stack of books just off camera on our call here (shows three books about satanism). And I’ve got more. The movie’s about Onyx as a satanist going to a mansion that’s owned by the lead satanist to take part in a big ritual to raise a demon. And and it kind of all goes south as it would have to in a horror comedy. I started off by thinking I need to research theistic satanism and really understand people that relate to satan as a deity because it wasn’t like LeVayan satanism that is more kind of humanism. It is about the devil as an entity.

René:
An actual entity.

Andrew:
Yeah. So I started reading and I think a lot of people that research for creative work find this out at a certain point: You kind of know the tenants of it all, the structure of the system. And you just have to then make your own world because the intention of the film is ultimately to be a horror comedy adventure. And when I got too weighed down with tethering it to real world satanism, it just started to take away from the movie and the fun we could have. And, you know, that may cause more offence in satanist’s eyes.

But I don’t know. I think it’s still treated with respect. And all of the characters that say they’re satanists in the movie all still have their agency about them. And they have a perspective that’s informed. They’re not played as jokes. They’re not two-dimensional, stereotypical goth satanists that are in over their head. They’ve actually gone through something that led them to Lucifer. So I think it’s a blend and I hope it’s enough of a blend that I don’t offend people that that practice satanism, because, again, that’s never my intention. I don’t get off on offending anybody.

René:
Maybe that’s the big difference. That if you are into anime or video games or horror movies, you know that this is fictional and with this kind of satanism it’s more about believing in there actually being stuff that’s paranormal.

Andrew:
Totally. Yeah. You’re getting closer to a different kind of allegiance or fan base. Although some people do take their fandom of fiction very seriously, you’re right. You’re not getting close to criticizing or looking like you’re criticizing someone’s religion.

„Humor has always been linked with something a little scary for me“

René:
Besides satanism there’s a lot of other very dark tones, depressing tones, not only to Onyx, but also to other projects you did. Like Worm, Little Willy, a lot of your short movies. Where does that come from?

Andrew:
I think there’s just something in my psyche, I don’t know when it happened, that only sees comedy or humor kind of through this lens of darkness. And it’s not burdensome. It’s not heavy. There’s just something I find comforting in. I’ve never related to more frivolous comedies. I really like comedy that’s rooted in emotion and absurdity. But there just has to be some edge to it. And even when you think about stuff like Pee-wee and Pee-wee’s Big Adventure, there’s this menace to him. He’s just kind of unstable. He can lose his temper. And I really relate to that. It is in all of the projects I do, there’s some urgency to it or someone that’s kind of put upon.

And when I set out to write the Onyx script, it came naturally that it didn’t just become kind of an SNL sketch comedy movie. It wasn’t just a string out of jokes that all had this levity to them and this lightness that it would be a real movie with a plot that got into his back story of why he might be so anxious and neurotic. And death. You know, all the deaths are presented in a very real manner. It’s not played for laughs when somebody dies in the movie. I’m attracted to that. And I guess it probably just came from using humor as a coping tool growing up. You know, making jokes was always a way to get around bullies and to diffuse socially tense situations in high school. So I think humor has just always been linked with something a little scary for me.

René:
You made several feature films already, well-known actors and actresses were in your projects. You made Onyx clips that went viral and became memes, reached millions and millions of people. And now you’re struggling to get your movie financed. Why is that do you think?

Andrew:
Well, two things: All of my features have always been arguably experimental. I’ve never made a feature that has looked like a traditional film. You know, I made a movie that was a mockumentary. So it was all handheld fake documentary. I made a movie that was all on a GoPro mounted on the actor’s chest facing them the entire movie. I made a movie that was shot on mini DV as if somebody was out in the woods trying to catch a monster. And even though each of those films got into reputable film festivals, I just think they always looked a little malformed to a broader audience.

And I think that has hurt me as a director, because you can say, well, yeah, he’s made three features, but there’s something that almost doesn’t have weight to them because they just don’t look like movies as we know movies. And then the Onyx of it all is that he’s spread in such a way that he’s kind of kept me in the dark. He’s kept his creator in the shadows. And I’ve made efforts to expose the fact that there is a performer behind this character. But I tell you, out of the hundreds of millions of views that have seen those Onyx videos, I’d still wager more than half think he is a real person living in Michigan, witnessing these crazy things on the news because …

René:
It was his thing in the beginning.

Andrew:
… it was his thing. So I did it to myself. You know, I created a framework that would kind of keep me anonymous. In order for that thing to succeed, I needed to be anonymous. And I think that’s hurt the digestion of this character as a fictional character who would deserve a movie like the one I’m trying to make now. It’s almost like only now am I truly pushing out of the shadows and trying to tell everyone that has ever watched an Onyx video, hey, I’m a filmmaker. Why don’t we try to take this character and put him into a film? And I’m still getting comments that are “Wait, I thought you live in Detroit. Wait, Onyx isn’t real.” So I think now spread apart pieces of him have been over the Internet.

Even though I’ve had a central YouTube channel for years, I didn’t keep up the channel as frequently as I could have because I’ve always had full time jobs as a producer or director for digital companies. So I think all of that is why it has to be through crowdfunding now. And it’s going to be a push. I mean, we’ve been doing well, but it has been a push. it’s not like I just told the Internet “Hey, do you want to see an Onyx movie?” And everybody was like “Hell yeah!” and they showed up (laughs). It’s like every day I’ve got to message out the fact that this thing is happening to get the right eyes on it.

René:
Could the fact that there is a global pandemic be a negative factor as well? I mean why did you choose this time?

Andrew:
Yeah, I know. I mean, that’s a great question. I just kept going back to the fact that at no point during the pandemic have people stopped wanting entertainment and arguably spending money on entertainment. I mean, video games went up in the millions over the course of the pandemic, at home movie rentals went up. I still feel like even despite the insanely heavy year we want to be entertained. It’s still a part of our human nature to have an escape and have something to laugh at and have something to be thrilled by. I would not have launched this month one or even month six of the pandemic.

But in L.A., it was starting to look like by June or July, the bulk of people in the entertainment industry might be vaccinated. And I thought, you know, coming out of this pandemic, it might be a good time to launch because it might have the effect of: Oh, wow, out of that crazy year, maybe we could make something really cool happen that would give us a project to look forward to. And I think that was the general response. But of course, there’s been people that are “This was not a good time to do this, my guy, you should back off.”

But every time somebody says that there’s like 50 people that chime in and say, “I want this movie to happen”. That maybe lost their job because of covid and their family was sick for a month or more, but they still want to see this movie. Because they want something to look forward to. So, you know, it’s definitely a balance. Also, I really thought I would be asking for a little money from a lot of people, not going to people that have been laid off this year and saying “Can you give me ten grand toward my movie?” (laughs) You know, I thought: Well, Onyx has eight hundred thousand followers on TikTok. So I what? I need like about fifty cents from each of them? That’s how I was thinking and not thinking that it would be a burden on people. We’ve gotten some big donations, but I do think most of the donations have been on the lower end. So that just means we need more backers.

„Your body just stops listening to itself“

René:
Another big hassle for you is that at least it seems like you are doing practically all by yourself, creating content to advertise the movie, social media, public relations. You at least have an assistant as I now know.

Andrew:
Yeah.

René:
But still in livestreams you told people you’re basically up 24/7, or maybe have a little sleep in between, to manage all that stuff and your actual paid jobs that you do. How does that even work over such a long period of time?

Andrew:
It wasn’t working in the beginning so well. When I first launched the Kickstarter, I had too much work for my freelance jobs. And then I also had a full-time position producing content for a YouTube channel. And it just didn’t work. I just wasn’t sleeping. And so I left that full-time job. Because I knew once we saw the numbers that were coming in, even though they were steady, they weren’t getting us as far as I wanted in the beginning. And I realized I’m going to have to make content every day. All day. I’m going to be making YouTube videos, TikTok, livestreams, all sorts of things to make this happen.

So I quit that job and then it got more manageable. And I think I hit a rhythm maybe halfway through. It’s not that I stopped being exhausted, but you get to this point where when you have that goal in mind and when there’s a set date – you know, this is over in two weeks from when we’re having this conversation. So once you can set your mind on that, you work through the exhaustion and you just stop listening to the part of your brain that is like “Oh, man, I don’t want to do this right now. I want to go to sleep.” And you’re like “no, we got to turn on the camera, put on the costume and sit down here and talk about the Kickstarter and get some more backers.”

You kind of reach a runner’s high where you’re doing a marathon and your body just stops listening to itself when it says “shut down!”. But I do have help. I have someone helping run the campaign. And I now have an assistant, which I’ve never had before, because as an indie producer and freelance producer, you don’t feel like you need it. You think, well, no, people in the studio system have assistants. Agents have assistants. But it did get to the point where there were just too many plates spinning and I was losing track every now and again. So a friend of mine reached out and they’ve been assisting me, which has already been so helpful.

René:
That sounds healthy.

Andrew:
Yeah, totally.

René:
Aren’t you a little afraid though, of a future in which the movie is not made? You quit your full-time job. You put a lot of effort, a lot of energy into the campaign. Now, what if this just goes nowhere?

Andrew:
Yeah, I think about it. But it’s this chicken or the egg thing. In order for it to happen, I know I have to get myself to a place where I fully believe it’s possible – and not in a delusional sense. I don’t think it’s possible without a lot of work, but I have to believe it’s possible. But it’s going to take my full focus. So the only way I can have that full focus is to leave those other jobs and kind of live in the reality that it’s happening. It’s just going to take this much effort or this much effort or this much effort.

If I even think for a moment that it might not happen, then it just depletes my enthusiasm and then. Oh, well, well, then it doesn’t happen. Not to sound too philosophical about it, but it really is like the belief that it’s possible is what will push me to do the work that may practically make it possible. The thought of failing knocks me down so much that I wouldn’t show up and make the videos that would possibly get the thing funded. You just have to stay in this kind of status of belief and act accordingly.

René:
And you chose an approach to be very transparent with the backers and especially the ones you call the die-hards in the Facebook group.

Andrew:
Yeah.

René:
Aren’t you afraid that you might be oversharing?

Andrew:
(laughs) I’m not. My work, whether it be my videos on the Internet or any of the small features I’ve made, are very vulnerable emotional pieces of work. Even Onyx has meltdowns, has tantrums, has fits of rage and of tears, so I can only navigate through the process operating off of that perspective. That ultimately what will bring about the most understanding and support for this project would just be me being as honest as I can be. So I make a video where I say “You know, I don’t think we’re going to get the money. I’m freaked out.” And then I make a video that’s like “Wow. Well, actually, we hit our Friday goal.” I kind of want the backers and the people in that group of die-hards to see the roller coaster of it all. Because as a filmmaker, I would appreciate it.

I hate it when I hear people talk about how they made it or how they got their financing. And they don’t share the details. They just say, “Well, you know, it’s a lot of hard work, but eventually things clicked into place.” And I’m like “What do you mean? Where did you get your money from? Who did you get introduced to to get that check, to make the money?” I want to know the ins and outs because I think it’s healthier that there’s not as much mystique around the process. And, you know, some filmmakers say “Well, I’d rather not say” because then it might hurt the distribution sale because the distributor will know you only spent that much on it and lowball you. I just have chosen, especially with this project, to be as open and honest as possible. I also couldn’t go through it any other way. If I got on my Facebook page and was like, “We’re doing great and honestly, like, I feel really good. I kind of think it’s going to happen no matter what.” I wouldn’t buy that guy. I wouldn’t trust that guy.

René:
Do you sometimes feel a little bad about pushing people all the time?

Andrew:
Yeah, it’s difficult because some people have said they’ve backed the film, they maxed out, they’re not going to up their pledge. I had this idea this week that I could create an exclusive piece of merch for any backer that were already backing the film but within this twenty-four-hour window upped their pledge. And there were people in the die-hard Facebook group saying more or less that’s a bad idea. If anyone’s backed, they backed at the top, they can’t move it up. But then I went ahead and released that product and we got nine thousand dollars in that day, all from backers that had already pledged. So it just goes to show that people weren’t maxed out or at least they responded to the incentive. I think the trick is I need them to not take it personally if I’m pushing. And I need to not take it personally if they’re not responding – it’s this symbiotic thing.

The realities of fundraising though that I’ve been told this by so many people – I got some advice from an expert who’s run these campaigns – is you’re going to have to get to an obnoxious level of output. You’re going to have to talk about this so much that some people get annoyed and stop following you. And the only way you’ll get five hundred thousand dollars in forty-five days is if you push that hard. So it’s a real tricky dynamic. I try not to guilt anyone, though. I don’t use language like “If people in this group don’t up their pledge, then I don’t know how we’re going to make it.” You know, it’s always just simply the information that if we got nineteen hundred new backers at eighty-eight dollars, we we’d be funded. Take that information with a grain of salt! But do with it what you will.

I try to never do anything like accusatory or too aggressive, but I want them to know the realities of the situation. Because I do think there’s people that aren’t involved in independent film or have never done a big fundraiser that don’t understand. It’s not magic. It’s not if you build it, they will come. That’s a complete lie. Case in point, it wasn’t magic that we got nine thousand more dollars that day. It was me staying up in this garage till 2:00 a.m., shooting that video, paying someone to design that pin within two days and then posting it at eight thirty that next morning.

„If this fails, I’m going to make a dark experimental horror film“

René:
But if the Kickstarter will fail, you already announced that you’re going to kill off Onyx. Is this  still the roadmap?

Andrew:
(laughs) It is still the roadmap, only because I just know for me personally, this film is such a great effort and a big swing from that if it doesn’t happen, I’ll be … It’s not an emotional reaction of I’ll be so bummed, I’ll want to kill off Onyx. Creatively I will lose that spark to pursue that character for a while. I will feel like that was kind of a sign that I should put him away and maybe as a director, focus on some other avenues and other ways forward, there’s just no way I could see that thing fail and then immediately put on the fedora and come down here and be like “Oh, hey, what’s up? I’m Onyx the Fortuitous. You want to watch my YouTube videos?” I’d be like “No, we’re not going to do that, buddy” (laughs). But, you know, so it’s not like punishment or something.

René:
Or a threat?

Andrew:
Or a threat. It’s just a reality of the kind of creative life cycle that I know I will go through. If this fails, I’m going to probably make a dark experimental horror film, you know, shot on VHS in some dirty apartment downtown that takes fourteen days to shoot. That’s what’s going to happen if the Onyx campaign fails.

René:
That sounds great. Maybe I want to see that as well.

Andrew:
(laughs) Yeah. I mean, who knows, if this campaign fails but it leads to some weird new experimental feature for me, maybe that was the purpose all along. I don’t know.

René:
Let’s talk about the scenario where you hit five hundred thousand.

Andrew:
Yes.

René:
What do you think, how are things going to unfold if you hit the five hundred k? What is realistically going to happen afterwards?

Andrew:
I think if we hit the five hundred k, my first goal – and I’ve already started working on this – is trying to find an investor to basically make that five hundred whole and actual. Because what’s going to happen is, we’ll get that five hundred and then eight to ten percent goes to Kickstarter. All of those rewards have to get produced and created, all these t-shirts, stickers posters, key chains, toys, and that’s going to take even more money out of that five hundred. Whereas I want five hundred as a production budget. So what I’ve been doing is I’ve been reaching out to possible investors that are keeping an eye on the campaign. And I’ve said if we reach five hundred, would you consider coming on board basically with supplemental financing? To pay back the difference from those Kickstarter fees and from the product creation so that we can actually go into production with five hundred thousand. And a couple of them have said, you know, keep me updated.

René:
Very vague.

Andrew:
Exactly. I’ve gotten no one that said “I’m there man. Of course I got you. I got you for one hundred grand” or whatever. But there’s definitely interest. And the way it works, even though I have never gotten a proper feature off the ground with real financing behind it: When I’ve come close, it’s because of there being pockets of money already cemented. Even if you just find out, “Hey, we actually got one hundred and fifty grand from this Canadian production company” that all of a sudden attracts someone else. “Oh, you’ve already got one hundred fifty. I mean, I guess I could take you to three hundred. I could go in for one fifty then you’ve got three hundred and your budgets five hundred.” Then maybe all you have to do is presell that movie to a foreign distributor that gives you that two hundred up front.

And so then all of a sudden you’ve got your movie, but it’s from these different factions. And I think that will happen with the Onyx film because having five hundred is really attractive to any other investors. Having already the bulk of what you need to shoot the movie I think would be very attractive.

René:
So after the Kickstarter is done there is still a long road ahead for you to actually realize the movie.

Andrew:
I think so. I think so. But I still think you could be shooting in a matter of months. I mean, the movie is ultimately very small. It’s all at this mansion and at the mansion there’s only seven characters. You could do this during the pandemic, you know, if everybody quarantined properly before and after. But knowing that a lot of us in L.A. are getting vaccinated, in my mind, if the money is secured by April and even within the month of April, if we get that supplemental financing, then May, June, July, you’re prepping and then maybe August, September you’re shooting. It’s not unreasonable to think that’s the schedule we could keep if we get funded.

René:
At this point of the Kickstarter campaign, what are your biggest learnings?

Andrew:
The biggest thing I’ve learned, and I would say this to anyone thinking of running a Kickstarter, is have a team in place prior to launching. I’ve kind of built a team over the course of the campaign, but I would have been better off launching with this team in place. And I specifically mean a publicist. Now, I’ve got a publicist that’s on board, a campaign manager. Now I have an assistant and I have a designer doing graphics and doing graphics quite consistently. Wrapping your mind around what incentives could spike the campaign over the course of the forty-five days or 60 days or whatever you do, livestreams, events like we did last week where we all read the script on my YouTube live.

And also something I didn’t understand is – and this I think has been the biggest mistake so far, and I hope we’ve course corrected for it – Kickstarter almost gets funded because they’re pre-orders for a product. A tabletop game needs this level of financing. But really what’s happening is people are saying, well, here’s my forty-five dollars to get that tabletop game first. Whereas I didn’t think of it that way with a film. I thought, well, the rewards are going to be special stuff, cartoons that have been made that have never been released, comic books, toys, exclusive content around the film and with the character, but not the film as a product. Because if the film gets made, well, everyone will be able to see it. You know, if the film gets made, hopefully it’ll be on Amazon or you could buy a Blu-ray. So I didn’t see the product as an important reward, which was a crucial misunderstanding about the language of Kickstarter. The fact that when we first launched, I think for two weeks, getting a copy of the movie was not even on the rewards list. And I think that hurt us out of the gate.

I didn’t catch on for two weeks. And then after two weeks, I added a digital screener at this tier, Blu-ray at this tier, the VHS copy at this tier. And then all of a sudden people showed up and they pledged at that tier level. But I do wonder if I had launched out of the gate with those in place if we’d be in better shape. No way to tell. But that’s my assumption. Think of it very transactional. When you’re launching a Kickstarter, what are they going to get that’s related to this product and how soon are they going to get it?

René:
Would you even recommend young upcoming creatives to do crowdfunding, or would you rather say if this is the first time you try to get a project financed try it some other way?

Andrew:
I wouldn’t attempt to crowdfunding until you know you’ve got an immediate fan base or community to tap into. I wouldn’t take a risk on crowdfunding without already having accrued a certain amount of audience engagement, whether that be from a YouTube channel or from other films that you’ve made. It was really important to cultivate that Facebook group that I have of only about thirty-five hundred people. But still those thirty-five hundred people knew about the campaign weeks in advance, were ready to pledge week one. And them showing up in that first week is what kind of got us close to like ninety thousand on the first week. We launched on a Tuesday and by Friday we were at 70 grand and then by the following week we were at like one ten I think. So that was really because of that core group. And if they weren’t in place, we could have been struggling from day one.


If you got interested, check out the Kickstarter campaign for “Onyx The Fortuitous and The Talisman of Souls” at Onyxthemovie.com.

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